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StrategieVon Stampioo

Ein Stempel pro Besuch oder ein Mindestbetrag? So wählst du die richtige Regel für deine Stempelkarte

Reicht ein Einkauf für einen Stempel, oder sollten Kunden einen bestimmten Betrag ausgeben? Wie die Regel Einfachheit und Rentabilität beeinflusst — und wie du dich entscheidest.

Illustration: ein Stempel pro Einkauf im Vergleich zu einem Mindestbetrag

Eine der wichtigsten Fragen beim Erstellen einer Stempelkarte ist, was Kunden tun müssen, um einen Stempel zu bekommen. Reicht ein Einkauf, oder sollten sie einen bestimmten Betrag ausgeben?

Das richtige Modell hängt von deinem Geschäft, deinem Sortiment und dem Wert der Prämie ab. Die Regel beeinflusst sowohl, wie einfach das Programm zu nutzen ist, als auch, wie rentabel es für dein Geschäft ist. Es lohnt sich also, das Setup vor dem Start durchzudenken. Zwei Modelle sind verbreitet: ein Stempel bei jedem Einkauf und ein Stempel ab einem Mindestbetrag.

So funktioniert ein Stempel pro Einkauf

Der Kunde schließt einen Einkauf ab und erhält einen Stempel. Es ist die digitale Version der klassischen Stempelkarte und verlangt weder vom Kunden noch vom Personal irgendwelche Rechnerei.

Der größte Vorteil ist die Einfachheit. Kunden verstehen sofort, wie die Karte funktioniert, und das Personal kann sie in einem Satz erklären. Fehlen einem Kunden drei Stempel bis zur Prämie, heißt das schlicht: noch drei Einkäufe. Dieses Modell belohnt außerdem genau das Verhalten, das viele Unternehmen fördern wollen: Wiederbesuche. Kunden, die öfter kommen, schaffen mehr Verkaufschancen und haben einen klaren Grund, sich wieder für dein Geschäft zu entscheiden.

Der Nachteil zeigt sich, wenn die Einkaufswerte stark schwanken. Ein Kunde mit einem sehr kleinen Einkauf bekommt denselben Stempel wie jemand, der deutlich mehr ausgibt. Wenn dein Geschäft sowohl günstige Artikel als auch teurere Gerichte, Produkte oder Dienstleistungen verkauft, kann das die Rentabilität des Programms beeinträchtigen.

So funktioniert ein Mindestbetrag

Bei diesem Modell legst du eine Schwelle fest, die Kunden erreichen müssen, um einen Stempel zu bekommen. Kunden könnten zum Beispiel einen Stempel erhalten, wenn sie mindestens 10 € ausgeben. Die Karte funktioniert wie zuvor, aber der Stempel wird nur gesetzt, wenn der Einkauf den geforderten Betrag erreicht.

Der Vorteil: Das Modell schützt deine Margen und senkt das Risiko, dass Kunden mit Mini-Einkäufen Stempel sammeln. Die Schwelle kann Kunden zudem motivieren, noch etwas in den Einkauf zu legen, um den Betrag zu erreichen.

Der Nachteil: Das Programm wird etwas komplizierter. Das Personal muss den Einkaufsbetrag prüfen, bevor es stempelt, und Kunden müssen die Schwelle verstehen. Es kann auch enttäuschen, wenn jemand knapp unter dem Betrag bleibt und keinen Stempel bekommt.

Welche Regel passt zu deinem Geschäft?

Gib einen Stempel bei jedem Einkauf, wenn:

  • Kunden meist Produkte oder Dienstleistungen zu ähnlichen Preisen kaufen.
  • Es kaum einen Unterschied zwischen deinem günstigsten Artikel und deinem Durchschnittseinkauf gibt.
  • Du ein Programm willst, das für Kunden und Personal gleichermaßen einfach ist.
  • Dein Hauptziel mehr Wiederbesuche sind.

Das funktioniert oft gut für Cafés, Bäckereien, Mittagsrestaurants, Barbershops, Nagelstudios und Autowäschen. Setze einen Mindestbetrag, wenn:

  • Dein Sortiment sowohl günstige als auch deutlich teurere Artikel umfasst.
  • Die Prämie im Vergleich zu einem kleinen Einkauf einen hohen Wert hat.
  • Du Kunden motivieren möchtest, den Einkaufswert zu erhöhen.
  • Du deinen durchschnittlichen Einkaufswert gut kennst.

Rechne von der Prämie rückwärts

Ein einfacher Weg, das Setup zu bewerten, ist, bei der Prämie anzufangen. Bekommt der Kunde nach zehn Stempeln einen Kaffee im Wert von 4 €, entspricht der Verkaufswert der Prämie 0,40 € pro Stempel. Vergleiche das mit der Marge eines typischen Einkaufs und den tatsächlichen Kosten der Prämie.

Wenn ein normaler Einkauf eine gesunde Marge liefert, brauchst du vielleicht gar keine Schwelle. Ein Mindestbetrag lohnt sich vor allem, wenn kleine Einkäufe häufig sind oder die Prämie teuer in der Bereitstellung ist.

Denk daran, dass eine digitale Stempelkarte mehr Wert liefert als die Stempel allein. Du baust eine Kundenliste auf, verstehst, wie oft Kunden wiederkommen, und sendest relevante Nachrichten direkt auf ihr Handy. Dieser Wert bleibt — egal, für welche Regel du dich entscheidest.

Kombiniere eine einfache Regel mit Kampagnen

Die Grundregel muss nicht das ganze Programm bestimmen. Du kannst mit einem einfachen Modell starten und zeitlich begrenzte Kampagnen nutzen, um das Kundenverhalten zu beeinflussen. Beispiele:

  • Doppelte Stempel an ruhigeren Tagen anbieten.
  • Einen Extra-Stempel für Kunden, die ein neues Produkt oder Gericht probieren.
  • Eine Geburtstagsnachricht mit persönlicher Prämie senden.
  • Einen Bonus-Stempel während einer besonderen Wochenendaktion vergeben.

Mit einer digitalen Stempelkarte in Apple Wallet oder Google Wallet lassen sich Angebote als Push-Benachrichtigung direkt an die Karte auf dem Handy des Kunden senden. Keine neuen Karten drucken, keine Post verschicken.

Unsere Empfehlung

Wenn die Preise in deinem Sortiment stark variieren, setze einen Mindestbetrag oder knüpfe den Stempel an ein bestimmtes Produkt. So verhinderst du, dass ein Mini-Einkauf denselben Stempel bekommt wie ein deutlich größerer.

Liegen deine Produkte oder Dienstleistungen preislich auf ähnlichem Niveau, halte das Programm einfach und gib bei jedem Einkauf einen Stempel — egal, wofür sich der Kunde entscheidet. Das ist für Kunden leichter zu verstehen und für das Personal einfacher zu handhaben.

Wähle eine klare Prämie und lass Kunden zwischen acht und zehn Stempel sammeln. Platziere dann einen scanbaren Code gut sichtbar an der Kasse. Einfachheit ist ein wichtiger Teil des Erlebnisses: Kunden sollten das Programm sofort verstehen und das Personal sollte es ohne lange Einarbeitung nutzen können. Das erhöht die Chance, dass die Stempelkarte tatsächlich genutzt wird und zu mehr Wiederbesuchen führt. Die komplette Checkliste für den Start findest du in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erstellen eines Treueprogramms.

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